Die Tanten. Wer zum Teufel verdammte Kiste nochmal sind eigentlich die Netten Tanten?
Hier die Lösung:
Geschichtliches. Eigentlicher Auslöser für die Entstehung der netten Tanten war wohl eine Fahrt zum Schlagermove nach Hamburg im Jahre 1997.
Zu dieser Fahrt hatten wir nicht nur Unmengen an nicht-antialkoholischen Getränken, sondern auch Gerhards kleines Küchenradio mit Kassettenteil und meine Videokamera dabei. Und während so die Tequilas durch das Zugabteil kreisten, hatte Gerhard das Bedürfnis, lauthals zu "Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben" die Stimme zu erheben und kräftig mitzusingen. Zufällig wurde dies von der Videokamera festgehalten und auf Zellulose gebannt.
Soweit Teil 1 der Geschichte.

Teil 2 geht folgendermaßen: Im Jahre 1997 oder 1998 - wer weiß es noch - öffnete der Offene Kanal Westküste seine Türen. Und was blieb uns anderes übrig, als selbst eine Radiosendung auf die Beine zu stellen. Diese Sendung hieß "Radio Badio", was ungefähr gar nichts bedeutete. Mit dabei u.a. Gerhard und Stefan. Und als sich Stefan dann eines ruhigen Nachmittags nochmal die Aufnahmen des Schlagermoves ansah, fiel es ihm wie Schuppen aus den Haaren: Gerhard ist DER geborene Sänger für eine Band, die niemand hören will.

Und genau diese Band musste jetzt formiert werden.
Gerhard fand die Idee prima und somit stand dem ganzen Vorhaben nichts mehr im Wege. Ein paar Casio-Keyboards zusammengekramt und losgespielt.

Doch - moment! WAS genau sollte eigentlich gespielt werden?
Für eigene Songs mit eigenen Texten waren beide zu faul und so war eigentlich ziemlich schnell klar: eine Coverband ist genau das richtige. Die Radio-Badio-eigene Coverband.
Ursprünglich war das Motto: Das schlechteste aus den Charts noch viel schlechter zu machen. Dies wurde dann aber relativ schnell vergessen und nun wurde einfach gespielt, was Spaß machte.

Der Name war dann auch einigermaßen unkompliziert gefunden: Die netten Tanten. Und an dieser Stelle gibts jetzt auch endlich mal die Auflösung, wo denn dieser Name herkommt:
Man möchte ja prinzipiell mutmaßen, dass es sich hierbei um eine Gegenband zu den Böhsen Onkelz handeln mag. Prizipiell finden die Tanten die Onkelz auch ziemlich doof, jedoch ist diese Kapelle nicht der Grund für die Namensgebung.
Der wahre Grund ist eigentlich ziemlich ernüchternd:

In Husum an der ehemaligen Nordseehalle stand vor vielen Jahren mal eine weiße Wand, an der irgendein Schmierfink mit Sprühfarbe "Die netten Tanten" geschrieben hatte. Das blieb irgendwie im Gedächtnis und somit war der Name schnell gefunden.

Langweilig, oder?

Im Laufe der nun folgenden Zeit wurde in jeder Radio-Badio-Sendung ein Lied von den netten Tanten gespielt und es dauerte gar nicht lang, da mogelten wir uns selbst auf die Bühne des TSS/HTS-Schulfestes. Ein Konzert, das man eigentlich nur als großen Erfolg bezeichnen kann. Hunderte Leute, beste Stimmung und fürchterliche Musik.

Und der Rest ist eigentlich Geschichte. Es folgten immer mehr, immer größere, immer skurrilere Auftritte.
Zu nennen wären da u.a. Auftritte bei der Bundeswehr (obwohl wir nie gedient hatten, und das mit Überzeugung!), im Wohnheim für Behinderte, als deutsche Repräsentanten in einer dänischen Schule, auf Ausflugsdampfern, auf diversen Festivals, Gartenpartys, Geburtstagen und so weiter und so fort.

Und wer uns heute live sehen möchte, der beachte bitte unseren Terminplan oder bucht uns selber.
Tante Gerhard

Name: Gerhard Hansen
Jahrgang: 1978
Geboren in: Husum
Schuhgröße: 45
Kann ziemlich gut: Bier trinken, Blödsinn erzählen
Kann überhaupt nicht: Sex, Singen, Rhythmische Sportgymnastik
Mag: Fußball, FC St.Pauli, Bier, nette Menschen
Mag nicht: böse Menschen, HSV, zuviel an Stress
Lieblingsplatten: gibt viele (momentan Madness - One Step beyond)
Platten, die doof sind: gibt noch viel viel mehr u.a. alles von Jamiroquai
Arbeitet nebenbei als: Student
Würde aber viel lieber arbeiten: in einem Plattenladen
Beste Errungenschaft bei den Bundesjugendspielen: Siegerurkunde in der Leichtathletik 1994
Abi-Durchschnitt: 3,5
Aufgabe bei den Netten Tanten: Singen, schreien, laut brüllen
Lieblings-Geräusch: Ekstatischer Torjubel nach einem St.Pauli-Treffer
Lieblings-Geruch: frisch gebackene Pizza
Möchte irgendwann mal: nach Island


(Anm. Stefan: Ich hab gerade noch folgende Notiz im Internet gefunden, ich hab mich gefreut, vielleicht gehts Euch ja auch so:

Flensburg-Online gibt preis: "Der dienstälteste Weihnachtsmann in Flensburg ist Gerhard Hansen. Seit 1972 beschert er am Heiligend Abend Kinder. Er kann über die Jobvermittlung des Arbeitsamtes gebucht werden."

Soweit ich weiß, hat allerdings Tante Gerhard mit diesem Herren weniger zu tun. Ansonsten gibts in Flensburg noch ne Christliche Buchhandlung, die von Gerhard Hansen geführt wird. Aber auch hier vermute ich mal jemand anderen.)
Tante Stefan

Name: Stefan Gubatz
Jahrgang: 1979
Geboren in: Husum
Schuhgröße: 45
Kann ziemlich gut: alberne Sachen in Keyboards einprogrammieren
Kann überhaupt nicht: Französisch sprechen, Skat spielen
Mag: Das schöne dieser Welt, den Wind im Roggenfeld, wenn der Tag erwacht und die Sonne dazu lacht, angenehm temperierte Sommerabende am Wasser und/oder nächtliche Gartenpartys.
Mag nicht: Sportvereine, keine Zeit haben
Lieblingsplatten: Air - Moon Safari, vieles von Der Dritte Raum, Alte Prodigy-Sachen, außerdem Musik von Hardfloor, Biosphere, Andreas Dorau und anderen elektronischen Haudegen.
Platten, die doof sind: billiger Chart-Techno, Death Metal, Uetzel Gruetzel und die Puddings
Arbeitet nebenbei als: Mediengestalter
Würde aber viel lieber arbeiten: Musikproduzent im Hintergrund
Beste Errungenschaft bei den Bundesjugendspielen: Siegerurkunde
Abi-Durchschnitt: 3,4
Aufgabe bei den Netten Tanten: Keyboards bedienen, Background-Chor, Öffentlichkeitsarbeit
Lieblings-Geräusch: Ride-Becken des TR909 Drumcomputers, Sommerregen vor meinem Balkon
Lieblings-Geruch:
Mamas Kochkünste
Möchte irgendwann mal:
sich ne goldene Schallplatte verdienen
Gast-Tanten: Gast-Tanten sind eigentlich gar keine Tanten. Es sind einfach irgendwelche dahergelaufene Nichtsnutze, die sich anmaßten, auf unseren Tonträgern zu erscheinen. Sehr frech, aber trotzdem erwähnenswert.
Berto Latsche

Berto Latsche heißt eigentlich Michael Nowack und ist mittlerweile hochbezahlter Politiker.
Der Name Berto Latsche resultiert übrigens aus einem spontanen Fußballspiel nach einer Butterfahrt im Garten von Tante Gerhard. Teilnehmer: Gerhard, Stefan und Michael. Und lustig wie wir nun mal waren, haben wir uns alle irgendwelche mehr oder weniger witzigen Fußballer-Namen gegeben. Und weil Michael gerade Latschen anhatte, hat er sich einfach mal "Umberto Latsche" genannt.
Das "Um" von "Umberto" haben wir einfach mal überhört und so bürgerte sich dann irgendwann der Name "Berto Latsche" ein.
Berto Latsche ist zu hören auf dem Tanten-Erstling "Netnat Netten Eid" - Stayin´ Alive.
funkypip

funkypip heißt in Wirklichkeit Marius Üto und ist gerade auf dem besten Weg, hochbezahlter Chirurg zu werden. Oder so.
Marius war Schlagzeuger bei unserer befreundeten und leider nicht mehr existenten Band Medium, mit denen wir gerne und oftmals sehr nette Konzerte bestritten. Eines Tages, als es um die Aufnahmen der zweiten CD ging, stieß Marius zufällig dazu und steuerte das unvergleichliche "Baby One More Time" zu.
Zu hören auf der "Ekstra Ferro".
Hier sehen wir ihn übrigens bei einer seiner Lieblingsbeschäftigungen.
Muchel

Muchel alias Stefan Mudrack war die erste unserer Gast-Tanten. Während wir nichtsahnend unsere Weisen im Keller des Husumer HdJs aufnahmen, klopfte es plötzlich an die Scheibe und dieser Mensch rief "eeeh... lasst mich mal rein!".
Und so ließen wir ihn dann eben mal rein.
Nach einigen (zugegebenermaßen großartigen) Witzen wollten wir dann weiter aufnehmen, Muchel wollte aber nicht gehen. So kamen dann so schöne Aufnahmen wie "Im Wagen vor mir" oder die "Fußball-Atmosphäre" zustande, die allesamt auf "Netnat Netten Eid" zu finden sind.
Ansonsten ist Muchel eine eher tragische Person und wir werden uns hüten, hier irgendwelche Witze über ihn zu machen.